Lore am Sonntag Spezial – Guild Wars : Utopia

In einer heutigen Spezial-Ausgabe von „Lore am Sonntag“ beschäftigen wir uns mit der nie veröffentlichten GW1-Erweiterung „Guild Wars: Utopia“. Bereits in der Kolumne „Wieviel Guild Wars Utopia steckt in Hearth of Thorns?“ von DarxMaster wird die Erweiterung aufgegriffen, dennoch zielt dieser Artikel darauf, eine Zusammenfassung der bekannten Informationen zu erstellen.

Was ist eigentlich Guild Wars: Utopia?

Guild Wars: Utopia ist der Name einer geplanten vierten Erweiterung für das erste Guild Wars-Spiel gewesen. Die Erweiterung sollte im April 2007 veröffentlicht werden. Die Entwicklung wurde allerdings im Mai 2006 abgebrochen. Stattdessen konzentrierten sich die Entwickler von ArenaNet auf die Entstehung der GW1-Kampagne „Eye of the North“ und den Nachfolger „Guild Wars 2„.

Was war das Lore-Setting von Guild Wars: Utopia?

Im Foren-Chat zum Thema „Lore“ wurde nach der Hintergrundgeschichte von der Erweiterung gefragt. Die Lead Designerin Linsey Murdock antwortete auf diese Frage und räumte dadurch mit vielen Spekulationen und Theorien auf.

Utopia sollte in den Nebeln spielen, genauer gesagt in der Heimat der menschlichen Götter. Der Pantheon der Götter sollte erweitert werden, beispielsweise um den Vater der Göttin Dwayna. Auch sollten Charaktere, wie die Eltern der Kriegerin Devona oder die Eltern der Mesmerin Gwen Thackery in das Spiel eingeführt werden. Ihre Väter sollten sogar Hauptcharaktere in der Geschichte darstellen.

Viele Design-Strukturen, welche für Utopia verwendet werden sollten, sind in Eye of the North in die Entwicklung der Asura-Gebiete eingeflossen.

Konzept-Zeichnung für Guild Wars: Utopia

Aus anderen Konzept-Zeichnungen wurde zuerst vermutet, dass sich Guild Wars: Utopia mit einer menschlichen Dschungel-Zivilisation im Maguuma-Dschungel beschäftigt. Des Weiteren sollte ursprünglich Utopia die Brücke in Richtung Guild Wars 2 schlagen. Innerhalb der Erweiterung sollten die Asura und das Volk der Sidhe vorgestellt werden. Aus den Sidhe-Konzept wurde später das Konzept für die Sylvari, dem Pflanzen-Volk aus Guild Wars 2, entwickelt.

Die neuen Klassen für Utopia – Beschwörer und Chronomant

Als bekannte Features für die gestrichene Guild Wars-Kampagne wurden damals zwei neue Klassen genannt, nämlich der Beschwörer und der Chronomant. Wie die beiden Bezeichnungen der Klassen bereits andeuten, waren wohl ihre Schwerpunkte zum einen auf Beschwörungs- und zum anderen auf Zeitmagie ausgelegt. Beide Klassen wurden als Fernkämpfer konstruiert.

Konzept-Zeichnung vom Beschwörer in Guild Wars: Utopia

Obwohl die Erweiterung schlussendlich gestrichen wurde, konnten einige Aspekte der beiden Klassen ihren Weg in das Guild Wars-Universum finden. Einige Beschwörer-Fertigkeiten wurden in Form der sogenannten „Asura-Beschwörungen“ in die Kampagne „Eye of the North“ aufgenommen. Der Chronomant fand in Form einer „Elite-Spezialisierung“ für den Mesmer in Guild Wars 2: Heart of Thorns seinen Platz.

Das mögliche Kern-Feature von Utopia – Reittiere

Aufgrund der vielen Konzept-Zeichnungen, welche Pferde, Riesen-Käfer und andere reitbare Tiere darstellten, kann man davon ausgehen, dass Reittiere als zentrales Feature für Guild Wars: Utopia betrachtet wurden. Die Implementierungspläne für Mounts wurden jedoch relativ zeitnahe gestrichen, da ArenaNet sich zum damaligen Zeitpunkt nicht in der Lage sah, Reittiere in den ersten Guild Wars-Teil zu integrieren.

Reittiere fanden erst mit Guild Wars 2: Path of Fire im Guild Wars-Universum ihren Platz.

Warum wurde die Entwicklung von Utopia eingestellt?

Auf diese Frage lieferte ArenaNet eine persönliche Antwort. Man sah sich mit dem Problem konfrontiert, dass durch eine weitere große Erweiterung, wie Utopia ursprünglich geplant war, das Spiel nur komplizierter wurde. Dies galt für die Spieler als auch für die Entwickler. Alle neuen Ideen und Mechaniken haben schlussendlich dazu geführt, dass man sich eher mit dem Gedanken anfreundete ein komplett neues Spiel zu entwickeln, statt Guild Wars zu erweitern. Mit diesem Gedanken wurde die Entwicklung von Guild Wars 2 eingeläutet.

Über Aliricca

Guild Wars-Veteran und Lore-Fanatiker seit 2006. Als Mitarbeiter für Guildnews richtet sich mein Hauptaugenmerk auf die Lore des GW-Universums und Spekulationen rund um deren Erweiterung. Mit Rollenspielerfahrung im Gepäck möchte ich euch auf eine Zeitreise durch 11330 Jahre Geschichte Tyrias mitnehmen. Ingame erreichbar unter: Aliricca.1902

2 Kommentare

  1. sollte nicht ursprünglich GW2 so heissen so hab ich das jedenfalls im Kopf..

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