Spekulation

Spekulation: Was könnte uns in Cantha erwarten?

Mit der Ankündigung der Inhalte für das zweite Quartal 2020 hat ArenaNet eine große Bombe zum Platzen gebracht. Eher beiläufig wird erwähnt, dass das Studio mit der Entwicklung einer dritten Erweiterung begonnen hat. Ein Bild am Ende des Textes verrät uns bereits, dass es wohl in das langersehnte Cantha gehen wird. 

Unser Lore-Redakteur Aliricca spekuliert in diesem Artikel darüber, welche Geschichten uns in der canthanisch-zentrierten Erweiterung erwarten dürften.

Was könnte uns in Cantha erwarten?
Cantha konnte bereits in Guild Wars besucht werden. Die Insel Shing Jea galt als Tutorial-Zone.

Cantha – ein isolierter Kontinent

Cantha hat sich stark verändert. Der Kontinent und das damit verbundene Canthanische Kaiserreich besaß damals noch offene Grenzen und wurde durch eine gerechte Hand vom damaligen Kaiser Kisu geführt. Dies änderte sich mit dem Verlauf der Mini-Kampagne „Wind des Wandels“. Ein krisengeplagtes Land  stürzt in bürgerkriegs-ähnliche Zustände und wird schrittweise vom sogenannten „Ministerium der Reinheit“ übernommen. 

Das Ministerium der Reinheit dürfte weiterhin große Teile der Macht bei sich halten.

Im Verlauf der nächsten Jahr geht eine Person als großer Sieger in diesem Kampf hervor: Usoku. Seine Ernennung zum Kaiser läutete den Beginn einer Politik der Militarisierung und Isolation ein. Er investierte Millionen an Gold in den Ausbau des canthanischen Militärs und vereinigte das Volk hinter einer starken nationalen Identität. Alle nicht-menschlichen Rassen (z.B. die Tengu) wurden aus Cantha vertrieben oder ausgerottet. Die Menschen-Stämme der Kurzick und Luxon, welche sich für Jahrzehnte bekämpften, wurden durch das gewaltige Militär besiegt und zwangsweise ins Kaiserreich integriert. Politische Gegner wurden nach Elona oder Tyria verbannt. Zwar lebt Kaiser Usoku nicht mehr, aber seine politischen Nachfolger führen diese Politik bis heute fort. 

Mit der dritten Erweiterung werden wir in ein solches Cantha eintauchen.

Bringen wir einen neuen Wind des Wandels?

Unser Eintreffen in Cantha dürfte wohl für einigen Unmut sorgen. Immerhin besteht die Möglichkeit, dass unser Charakter einem anderen Volk angehört als den Menschen. Dies verstößt gegen die xenophobe Isolationspolitik, welche von den Machthabern Canthas geführt wird. Über den genauen Grund für unsere Ankunft in Cantha können wir nur spekulieren, wir können uns aber sicher sein, dass unser Auftreten bereits Veränderungen mit sich bringt. 

Es wird sich gewiss eine Widerstandsgruppe gebildet haben, welche gegen das politische Regime vorgehen wird. Unser Erscheinen dürfte ihnen die Hoffnung geben, ihre Anstrengungen zu erweitern oder sogar den großen Schlag gegen das Kaiserreich zu wagen. Ein neuer Wind des Wandels könnte durch Cantha wehen und zu einem neuen Bürgerkrieg führen an dessen Spitze wir uns ebenfalls platzieren. Ein freies Cantha dürfte, ähnlich wie ein freies Elona, sicherlich im Kampf gegen die verbleibenen Alt-Drachen helfen oder?

Erscheinen des Tiefsee-Drachen

Eine große unbekannte Komponente stellt weiterhin der Tiefsee-Drache dar. Weder sein Name, noch sein genauer Aufenthaltsort sind uns zum jetzigen Zeitpunkt bekannt. Aus diesem Grund erscheint es durchaus möglich, dass sich „Bubbles“ oder „Selbbub“ in der Nähe Canthas aufhalten könnte. Diese Theorie unterstützt auch das langsame Verschwinden des „Jadewinds“, ein mächtiger Zauber von Shiro Tagachi, welcher Wälder versteinerte und Meere zu Jade werden ließ. 

Mit einer Cantha-Erweiterung dürfte der Tiefsee-Drache vielleicht in Erscheinung treten.

Es wurde bereits in den Kurzgeschichten „Rad der Zeit“ angedeutet, dass sich der versteinerte Echowald und das sogenannte Jademeer sich langsam wieder normalisieren würden. Als Grund hierfür könnte man den Tiefsee-Drachen sehen, welcher genüsslich die große Menge an Magie verzehrt, die von Shiro damals freigelassen wurde. Betrachtet man auch die Lebewesen, welche damals im Jademeer lebten, so könnte man auch die Vermutung anstellen, dass es sich hierbei um Diener des Tiefsee-Drachen handeln könnte. Als bester Referenzpunkt dürfte der sogenannte „Jadeschlund“ dienen. Zwar trifft man derzeit nur in einem Fraktal auf ihn, aber es ist bereits aus dem ersten Guild Wars bekannt, dass das große Tentakel-artige Wesen als Bewohner des Jademeers zählt.

Das Auftauchen des Tiefsee-Drachen dürfte einer der zentralen Gründe sein, warum auch der Kommandeur nach Cantha reisen sollte. Einige Theorien besagen, dass der Tiefsee-Drache sogar die „Mutter“ von Kralkatorrik sein könnte und somit zu den mächtigeren Alt-Drachen zählt. 

Kehren die Tengus nach Cantha zurück?

Das Volk der Tengus gilt bis heute als absoluter Favorit für eine neue spielbare Rasse. Mit einer Cantha-Erweiterung dürfte dieser Wunsch durchaus ins Greifbare gerückt sein. Die Geschichte der Tengu ist stark mit der canthanischen Geschichte verwoben. Bevor die Militärmacht Usokus die damaligen Tengu-Dörfer vernichten konnten, sind die Tengu über große Schiffe nach Tyria gereist. Sie haben sich in der Nähe von Löwenstein niedergelassen und die „Domäne des Winds“ gegründet. Seit ihrer Auseinandersetzung mit dem Kaiserreich haben die Tengus sehr isoliert gelebt und lassen niemanden in ihre neue Heimat herein. 

Vielleicht wird der Wunsch endlich wahr. Die Tengus könnten als spielbares Volk kommen.

Ein Schlag gegen das Kaiserreich könnte jedoch dafür sorgen, dass die Tengus ein Umdenken einleiten und sich evtl. sogar der gesamten Sache anschließen. Immerhin geht es hier um ihre alte Heimat und eine Abrechnung mit dem Feind. Sofern ArenaNet jemals die Tengus als spielbare Rasse herausbringen wollen würde, so wäre mit der kommenden Erweiterung sicherlich der beste Zeitpunkt gekommen.  

Eure Meinung

Wir haben jetzt über einige mögliche Inhalte und Geschichten gesprochen. Was ist aber eure Meinung bezüglich der dritten Erweiterung in Richtung Cantha? Freut ihr euch darauf? Was denkt ihr wird innerhalb der Geschichte passieren?

Diskutiert in den Kommentaren fleißig mit!

Aliricca

Guild Wars-Veteran und Lore-Fanatiker seit 2006. Als Mitarbeiter für Guildnews richtet sich mein Hauptaugenmerk auf die Lore des GW-Universums und Spekulationen rund um deren Erweiterung. Mit Rollenspielerfahrung im Gepäck möchte ich euch auf eine Zeitreise durch 11330 Jahre Geschichte Tyrias mitnehmen. Ingame erreichbar unter: Aliricca.1902

10 Kommentare

  1. Bubbles liegt nahe und wäre ein guter Grund. Ansonsten ist die aktuelle Story so weit von Cantha weg, dass ich noch keine Idee habe, wieso wir da hin sollen und was wir dort tun werden.

    Hoffen wir mal, dass es dieses mal besser eingeführt wird und nicht nur wie Elona ganz am Ende der letzten Episode vor dem Addon. Da hatte ja vorher überhaupt nichts (außer dem Leak) auf Elona hingewiesen, das kam ja völlig aus dem nichts.

    „wir können uns aber sicher sein, dass unser Auftreten bereits Veränderungen mit sich bringt“

    Das ist einer der beiden möglichen Fälle. Wir kommen nach Cantha und machen ein Angebot, dass der Kaiser nicht ablehnen kann, und werden reingelassen. Es gibt aber auch die umgekehrte Möglichkeit. Die Canthaner haben ihre Isolationspolitik vor kurzem zwangsweise aufgegeben und wir sind einfach nur einer der ersten Besucher – aber nicht Auslöser. Unter zwangsweise aufgegeben würde hier natürlich insbesondere fallen, wenn sie von Bubbles o.ä. überrannt werden.

  2. „Zwar lebt Kaiser Usoku nicht mehr, aber seine politischen Nachfolger führen diese Politik bis heute fort.“ Ist das von den Entwicklern mal bestätigt worden?
    Ich hab das immer so verstanden, dass die Isolation Canthas zum Anfang auf ihr politisches System zurückzuführen war und später durch Zhaitan & Bubbles noch ungewollt verstärkt wurde. Demzufolge hätten die Entwickler komplett freie Hand, was Cantha betrifft, da die Isolation nicht nur auf die Bevölkerung sondern auf später auf die Drachen zurückzuführen ist. Die politische Veränderung in Cantha könnte also schon lange vollzogen sein. Es hat durch die versperrten Seewege nur niemand mitbekommen.

    Ich persönlich fände die Idee eines vor langer Zeit gefallenden Kaiserreiches mit einigen wenigen Bastionen um eines spannender. Wobei Cantha an ihrer eigenen Isolationspolitik zugrunde gegangen ist. Denn während in Zentral-Tyria die Völker zusammen gegen die Drachen kämpfen konnten. Stand Cantha nach dem Auftreten von Bubbles ganz alleine da und konnte nicht gegen den Drachen ankommen und als es sie bereit wahren Hilfe anzunehmen, war es schon zuspät.

  3. /OT
    Was ich von aus schade finde und ich aber gerne mal ansprechen würde ist, dass Anet nicht einen Thread oder ähnliches aufmacht und dort wünsche der Community zu sammeln. Da sich das Projekt doch scheinbar in einen sehr frühen Stadion befindet, wäre es ein leichtes, die eine oder andere Idee der Community einfließen zu lassen. Zwar ist mir klar, dass das Auswerten wieder Reserven kostet, die Anet vielleicht nicht hat, aber es kann auch eine Chance sein und die Zeit für eine Auswertung könnte sich sehr lohnen und zwar auf beiden Seiten.
    /OTend

    Vorstellen kann ich mir viel,
    Tengu als neue Charakter.
    Neben das bekannte Eventsystem ein Questsystem, wo man dann die Erfolge bekommt, weil das etablierte System doch extrem unübersichtlich ist.
    Housing
    Ein System, was Spieler bestimmte Funktionen in einer Stadt ermöglicht. Z.B. Ratsmitglied oder Mitglied einer Bürgerwehr, die dann die Stadt (zu festen Zeiten) verteidigen .
    Kombination zweier Klassen als eine neue Klasse.
    Noch viel mehr, aber Anet schwimmt zu sehr in seiner eigenen Suppe und müsste den Mut haben, was neues zu probieren. Das ist ein Risiko, da die Unzufriedenen mittlerweile zu viel Macht haben, indem sie zu leicht für schlechte Presse sorgen können.

    Von anderer Stelle:
    13. März 2020 um 11:59 Uhr
    PS
    Vielleicht wird es wie in GW1 zwei Fraktionen geben und diese ermöglichen offene PvP gebiete, wo sich beide Fraktionen z.B. kämpfe um Rohstoffe, Handelswege, Städte und Gebiete liefern können. Etwas anders als im WvW, wobei die Karten denn dynamischer sein könnten. Auch wäre es möglich, dass neue Beherrschungen kommen und der Nekro eine Art Ritualist wird, der anstatt Minions eben Geister beschwören kann. Mit der Erweiterung haben die Entwickler eine menge Möglichkeiten, um neue und interessante Inhalte zu generieren. Ich bin gespannt.

  4. Die frage ist eher.. (nicht das ich das für gut befinden würde wenn wir endlich den langersehnten asiatischen Touch bekommen würden) warum denken aufgrund des Bildes alle es geht nach Cantha?!
    wir haben ein Neujahrsfest (asiatisch) wie haben aber auch diese Glocke z.b. schonmal gesehen..zumindest die die ab und an PVP spielen… das Bild erinnert mich eher erstmal an die Steinbock-PVP Karte…vllt soll das auch nur eine überarbeitung darstellen?!..

    wiegesagt ich würde den asia Touch feiern war damals Cantha mein lieblings Kontinent…
    aber wenn es nach Cantha geht..werden wir (endlich) die TENGU spielen können?!
    Was ist nach 250Jahren mit den Luxon und Kurzicks passiert?! bekriegen sie sich immernoch?
    Existiert der Jadesee noch oder wurde er mittlerweile „geheilt“ und lässt deswegen den Tiefseedrachen (bubbles)
    erwachen?! fragen über fragen 😉

    1. Auf der Homepage von GW2 gibt es eine animierte Version dieses Bildes. Der Dateiname in der URL (z.B. Rechtsklick -> Speichern unter) ist dort nicht nur irgendwas mit Expansion 3 sondern ausdrücklich Shing Jea. Dieser Ortsname kommt in GW1 in der Cantha-Kampagne vor. Wenn ich mich richtig erinnere ist das die Start- bzw. Tutorial-Insel. Spätestens damit kann man Cantha wohl als bestätigt betrachten.

      Zu einigen deiner Fragen gibt es zumindest teilweise Antworten. Da wird ja wahrscheinlich auch demnächst der ein oder andere Lore-Artikel auf Guildnews zu erscheinen. 😉 Zumindest gibt es Informationen, was nach GW1 geschah. Wie sich das bis heute weiterentwickelt hat ist natürlich nicht alles bekannt, weswegen es interessant wird, dahin zu reisen und nachzusehen. 😀

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