Guildnews talks about #1 Ist Esport Sport?

Vor knapp zwei Wochen haben wir die erste Episode von Let’s talk about Guild Wars 2 veröffentlicht und in unserer Community wurde das Projekt sehr positiv aufgenommen. Nun gibt es jedoch in unserem Discord häufig auch Diskussionen, die sich nicht um das MMORPG drehen. Trotzdem wurde der Wunsch geäußert, dass wir auch über solche Dinge auf Guildnews diskutieren sollten.

Daraus entwickelte sich nun ein zweites sehr ähnliches Projekt, dass den Namen „Guildnews talks about“ tragen wird. Dabei werden Themen besprochen, die uns betreffen, aber nicht unbedingt zu Guild Wars 2 und damit zu unserem Podcast gehören.

In der ersten Ausgabe diskutiert Sputti mit Mitgliedern der Community über die Frage, ob Esport tatsächlich Sport ist. Wir möchten hierbei betonen, dass die Runde noch sehr spontan entstanden ist und es für einige Leute das erste Mal in einem solchen Format war. Trotzdem war die Diskussion sehr interessant und wir sind gespannt auf euer Feedback. Was denkt ihr denn, ist Esport tatsächlich Sport?

Über Sputti

Alexander Leitsch, 24 Jahre alt und Leiter der Webseite. Ich bin offizieller Shoutcaster von ArenaNet, schreibe seit über 5 Jahren News zu Guild Wars 2, habe etwa 5.000 Spielstunden und leite unsere Guildnews.de Community-Gilde. Ingame erreicht man mich unter dem Accountnamen: Sputti.8214

2 Kommentare

  1. Es ist eSport und kein Sport.
    Andererseits kann man es wie Sport durchführen, es muss nicht unbedingt ein Wettkampf sein. Das dümmste Gegenargument ist immer, dass man sich bei „richtigem Sport“ ja bewegen müsste und man ja nur Hände, sowie Kopf motorisch fordert. Natürlich ist die physische Anstrengung geringer, die mentale aber umso höher. Das selbe könnte man über die Sportart Schach sagen: außer dem Kopf braucht es tatsächlich nichts, die Bewegungsabläufe bei eSport sind da weitaus wichtiger und genauer. Da ich persönlich das Schach-Argument schwach finde, hier noch eines: Golf. Ich habe es gespielt und wenn jemand behauptet man müsse eine gewisse körperliche Fitness aufweisen, liegt falsch. Übung macht dort den Meister, richtig trainierte Oberkörper und Arme sind von Vorteil, aber kein Garant auf den Sieg. Dart ist tatsächlich gut mit eSport zu vergleichen, hohe Präzision und Konzentration sind sehr wichtig, der physische Aspekt nahezu gar nicht.
    Der Grund warum eSport nicht als Sport hier anerkannt ist, ist der Fakt, dass es keine einheitliche Organisation und Verband dafür gibt. Der Markt ist da, es wird investiert, in Deutschland ist man leider verhalten. Das Publikum ist da und wartet darauf gemolken zu werden, man sieht ja bereits wieviel die Leute bereit sind auszugeben, sei es für Merchandise oder die Events selber.
    Mein obiger Gegenbeweis belegt eigentlich, dass eSport als Sport zu bezeichnen sei. Dennoch finde ich eine Abgrenzung nötig, daher mein allererster Satz; es hat praktisch keinen Sinn beide Dinge zu verbinden, man sollte lieber parallel nebeneinander laufen. Olympische Spiele sind auch kein Raum für eSport, es gibt bereits Weltmeisterschaften für alle großen Spiele, diese trägt man nicht alle vier Jahre aus, dafür ist die Branche zu schnelllebig. Badminton, Volleyball oder Hockey entwickeln sich dagegen kaum. Regeln und Spiel(feld) bleiben die selben, nur die Ausrüstung wird besser, wie die Trainingsmethoden. Genau dieser Unterschied trennt Sport von eSport. 2050 spielt niemand mehr LoL oder Rocket League Turniere. Vielleicht auch bereits 2030 nicht, aber Fakt ist: „Traditionelle Sportarten“ werden weiterhin bestehen bleiben.
    Mir persönlich ist lediglich der Stellenwert von eSport zu gering in der Gesellschaft. Videospiele sind ein enormer Wirtschaftsfaktor und fester Teil der Gesellschaft, die Kinobranche leidet zB zu Recht unter Streamingplattformen und Heimkinos. Tippstellen sind bereits auf den eSport Zug aufgesprungen, die Videospielbranche in Deutschland wird schon recht aktiv seitens Bund behindert, wird aber seit einigen Jahren langsam gefördert.
    Fazit: Bin da 50/50 eingestellt. Es ist kein Sport, sollte aber die selben Vorzüge genießen, wie Gewerkschaften und Sponsoring, etc. Dafür hat es Ähnlichkeiten zu Sport, sodass ein klares nein schlichtweg falsch wäre und argumentativ nicht belegbar.

    (Andererseits verdienen Sportler hier viel zu wenig, außer sie sind sehr große Persönlichkeiten, gutes Beispiel wären Leichtathleten, jeder Olympia Sieger und auch Frauen Fußball. Sport ist nicht gerecht und somit auch nicht gerecht ggü eSport?!)

    • In vielen deiner Aussagen finde ich auch meine eigene Meinung wieder. Was aber, vor allem bei Leuten, die eSport gerne als „richtigen“ Sport anerkannt sehen wollen, immer wieder vergessen wird ist, der strukturelle Aufbau bei diesen digitalen Spielen. Beim Fußball z.B ist alles komplett durchstrukturiert. Von den Minikickern, bis hin zu den Altherren. Trainingsplätze, Trainingsbetrieb, die Trainer, eine Meisterschaft, Turniere, die Trikots sind gewaschen, die Fahrten zu den Spielen/Turnieren etc. durchorganisiert usw. usf. Die soziale Komponente spielt beim Thema Sport ebenfalls eine gewichtige Rolle.
      Im eSport wird man einfach allein zuhause vor dem Rechner gelassen. Man darf spielen, haufenweise Lootboxen und Mikrotransaktionen tätigen, aber ansonsten wird da nicht viel unterstützt. Erst ganz am Ende, wo die Sahne abgeschöpft wird, dort wird dann auch mit Geld um sich geschmissen. Das betrifft aber nur den winzigsten Teil der Spieler. Den Rest kann man getrost einfach nur als Zocker bezeichnen. Das soll jedoch nicht abwertend klingen. Aber so sieht es halt aus in der Realität. Beim Sport gibt es eine unprofessionelle Basis, riesengroß, die miteinander gegeneinander antritt. Die Basis im eSport soll einfach nur Einnahmen für die Unternehmen generieren.
      Für mich liegt da der entscheidende Unterschied weshalb eSport kein Sport ist.

      -Mp

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