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Erstes Interview nach den Entlassungen bei ArenaNet mit Eurogamer

Heute, am 17. April 2019, veröffentlichte Eurogamer einen Artikel über ein erstes Interview nach den Entlassungen bei ArenaNet. Der Autor Robert Purchese sprach mit den Entwicklern von ArenaNet auf der EGX Rezzed 2019 in London. In diesem Beitrag findet ihr eine Zusammenfassung der Aussagen ins Deutsche übersetzt. Über die Entlassungen haben wir im Februar bereits ausführlich berichtet.

erstes Interview nach den Entlassungen bei ArenaNet

Erstes Interview nach den Entlassungen bei ArenaNet mit Eurogamer

Das Interview führt der Journalist Robert Purchese mit Linsey Murdock und Andrew Gray. Beide sind über 13 Jahre bei ArenaNet angestellt als Game Designer.

Seit den Entlassungen im Februar hat sich ArenaNet offiziell nicht zu der Entlassung eines Drittels der Belegschaft geäußert. Nachdem sie nun mit der Präsentation auf EGX Rezzed 2019 Teaser zur neuen Episode veröffentlichten und auch eine aktuelle Werbekampgne in Nordamerika und Europa gestartet haben, gibt es auch erste interne Informationen.

Respektvoller Umgang während der Entlassungen

Linsey berichtet, dass die letzten Monate eine harte Zeit für die verbliebenen Mitarbeiter waren. Für alle ist ArenaNet wie eine Familie geworden. Und auch diese haben Familien wiederum. Mit der Entlassung von 143 Mitarbeitern hat sich auch im Privaten viel verändert. Denn ArenaNet hat einige Paare in der Belegschaft bei denen einer der beiden das Studio verlassen musste. Deshalb gab man ihnen auch einen Tag frei, um darüber zu sprechen, sich zu treffen und die Geschehnisse zu verarbeiten. Seitdem fühlt sich das Gebäude leerer an, so Linsey.

Auch wenn Linsey und Andrew keine genauen Angaben zum linearen Verlauf der Geschehnisse gaben, so deutet der Autor das Nicken doch als Bestätigung der Abläufe, wie sie bei Kotaku beschrieben wurden. Dennoch lobten sie auch, dass ArenaNet mit größtem Mitgefühl die Entlassungen gehandhabt hat. Im Vergleich zu anderen Unternehmen sei dies ungewöhlich.

Sie zitiert dabei jemanden, der ihnen während der Entlassungen berichtete, dass er Entlassungen mitgemacht habe, die Löcher in der Wand hinterließen und bewaffnete Wachen die Leute hinausbegleiteten. Bei ArenaNet hingegen umarmte man sich und weinte gemeinsam. Man versuchte sich gegenseitig zu unterstützen und neue Jobs zu finden. Dieser Prozess sei bis heute noch nicht abgeschlossen und man versucht allen so gut wie möglich eine Hilfe zu sein.

Besonders berührt war man von dem Rückhalt der Community, der sich durch Twitter zog und unter #Love4ArenaNet gesammelt wurde. Lead Game Designer Jennifer Scheurle teilte ein Bild einer Wand im Hause, welche mit Nachrichten der Community vollgeklebt ist.

Die Zukunft von ArenaNet und Guild Wars 2

Die Aussage von ArenaNet ist bereits seit den Entlassungen bekannt, dass es sich im Kern um 2 eingestampfte nicht bekannte Projekte handeln solle, die zu den Entlassungen führten. Dies sei ein entscheidender Punkt der Umstrukturierung, die NCSoft West vornimmt. Davon seien jedoch die Spiele Guild Wars und Guild Wars 2 nicht betroffen und haben auch keinen Einfluss auf zukünftigen Spielinhalt. Auf ein Nachhaken des Interviewers erklärt ein PR-Mitarbeiter von ArenaNet, dass Mitarbeiter vom aktuellen Titel abgezogen wurden, um an den ungekannten Projekten zu arbeiten. Nun sind viele von ihnen zurück. Auf die Frage, ob also viele aus dem Guild Wars 2-Team gegangen seien, antwortete man, dass es Einfluss hatte, jedoch mischte sich scheinbar Linsey an der Stelle ein und erklärte, dass es die Anzahl der Leute, die an Guild Wars 2 gearbeitet haben, nicht sehr betroffen hat.

Was bedeutet das für den Inhalt des Spiels?

Die neue Episode 6 „Ewiger Krieg“ ist angekündigt und auch ein neues Reittier, der Skyskale, wird ins Spiel kommen. Ebenfalls wurde bereits gesagt, dass eine fünfte Staffel der Lebendigen Welt in Planung ist.

Linsey betont, dass sie (die Lebendige Welt Staffel 5) angekündigt ist und auch erscheinen wird. Sie berichtet davon, dass man diese Staffel als Gelegenheit sieht um zu testen, ob sie dies nur tun, weil sie das schon immer getan haben oder ob man aus den Dingen gelernt hat und es schafft sie aufzufrischen und etwas Neues zu schaffen. Damit greift man das Feedback der Community auf, die gefordert hat, dass sich etwas verändern muss und die Staffeln nicht zu formelhaft werden. Also nahm man das als Anlass dies als Grundlage für die richtigen Entscheidungen zu nutzen. Linsey sagte, dass Guild Wars 2 immernoch sehr stark ist. Man glaubt immernoch an das Spiel und es läuft immernoch sehr gut.

Sie sagt weiter, dass ein Rückgang im Laufe der Jahre bei jedem Spiel natürlich ist, aber mit den Mikrotransaktionen nimmt man immernoch genug ein.

Kann ein Guild Wars 3 kommen?

Auf diese Frage antwortet der PR-Mitarbeiter, dass man immer an anderen Projekten gearbeitet habe und das auch noch tue. Dies handhabt jedes Studio so, ergänzt Linsey. Nur so könne man das Studio sicher für die Zukunft machen.

Und auf die Frage nach den abgesagten Projekten erwiderte Linsey, dass man es vorziehe sie als zurückgestellt zu betrachten.

Andrew Gray schließt aus man erwarte, dass die verbliebenen Mitarbeiter nun härter arbeiten sollen, um ein Defizit an Arbeitskraft auszugleichen. Man möchte nicht, dass die Mitarbeiter über die Gebühr belastet werden. Andrew betont, dass es eine schlechte Planung ist und ein Zeichen für ein schlechtes Scoping, wenn der Umfang der geplanten Produktion nicht eingehalten werden kann. Man möchte vermeiden, dass die Mitarbeiter aufgrund von falschem Ehrgeiz ausbrennen, auch wenn sie das Spiel so sehr lieben, dass sie mehr arbeiten wollen.

FroilleinK

Oder auch einfach Katie. Als Schreiberling tätig sowie für Community-Organisation, Events und Marketing bei Guildnews zuständig. Ansonsten kre/aktives Organisationstalent, das helfende Pfötchen stets parat, selbst und ständig - einfach ein wuseliger Allrounder. Ingame: FroilleinK.6723

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