Meinung

Durzan’s Senf: Welt gegen Welt

In einem Blogpost von ArenaNet spricht Devon Carver vom Status quo und der Zukunft des WvW. Als WvW-Begeisterter möchte ich hier mal meinen Senf zur momentanen Situation geben.

Devon Carver nannte bereits einige momentane Probleme, die ich alle nur bestätigen kann. Wenn man einen Zerg aufhalten will, einen Punkt einzunehmen, setzt man möglichst geschickt Pfeilwagen ein. An einigen Stellen haben Klassen wie der Elementarmagier kaum eine Möglichkeit, diese zu zerstören. Die Folge? Kleingruppen, die man eigentlich fördern will, werden verdrängt von großen Zergs. Dies hat allerdings negative Auswirkungen auf das WvW.

Mehr Spieler haben aber auch Einfluss auf die Performance von Guild Wars 2. Bis vor ein paar Monaten konnte man aufgrund der großen Spielerzahl nicht den gegnerischen Zerg anrennen sehen. Man lag als kleiner Fußsoldat plötzlich auf dem Boden und merkte dann, dass ein Zerg auf einem steht. Dieses Problem wurde behoben, aber man wurde eines anderen Problems bewusst: „Skill-Lagg“. Skill-Lagg ist ein Effekt, wo Skills sehr spät oder gar nicht im Spiel ausgeführt werden. Man hämmert wie wild auf die Tasten, sieht seinen Lebensbalken schwinden und fühlt sich hilflos. Frust bleibt hier natürlich nicht aus.

Ein weiteres Problem, welches nicht im Blog genannt worden ist, ist das Fehlen der Kugel der Macht. Diese Kugeln gaben den Grenzländern eine besondere Bedeutung. Sie entschieden darüber, wer auf den Ewigen Schlachtfelderneinen entschiedenen Vorteil hat. Spieler bewachten nächtelang die Kugeln, damit der Feind diesen Vorteil, nicht für sich nutzen konnten. Eine Partei, die eine Kugel besaß, war zwar durch den Buff, den alle im WvW erhielten, stärker, rückte aber damit auch mehr in den Fokus der anderen zwei Parteien. Leider nutzten einige Spieler Exploits, um an diese Kugeln zu gelangen, woraufhin ArenaNet die Kugeln entfernte mit der zusätzlichen Begründung, dass ein Server, der alle drei Kugeln besitzt, zu stark im WvW sei und das Match somit dominiere. Die Grenzländer werden seitdem immer mehr von Spielern verschmäht, denn diese sind lange nicht so interessant wie die Ewigen Schlachtfelder. Man verspricht seit dem Verschwinden der Kugeln, dass diese in veränderter Form wieder ins Spiel kommen, aber nähere Informationen gibt es bis heute nicht.

Ein sehr wichtiger Faktor, wurde im Blog nicht genannt, denn hier hat ArenaNet kaum Einfluss: die Community. Server wie Elonafels oder Kodasch wären längst nicht so erfolgreich, wenn sie sich nicht selbst organisieren würden. Es finden wöchentliche Treffen statt, in denen über das vergangene Match reflektiert wird, zwischenmenschliche Probleme gelöst werden und neue Strategien und Taktiken ausgetauscht werden. Die Server-Communities organisierten für sich große Teamspeak-Server, auf denen die ganze WvW-Community des Servers Platz findet. Bei solchen Communities fallen selbstverständlich verschiedene Meinungen zusammen, was auch einmal dazu führen kann, dass sich die ganze Community zerstreitet und den Server verlässt. Man darf hier durchaus auch von politischen Strukturen sprechen.

Es gibt zwar alle 2 Wochen einen Content-Patch für Guild Wars 2, aber eine neue WvW-Fähigkeit bringt nicht sofort neuen Wind ins WvW. Bis letzte Woche hatte man den Eindruck, einen Stellungskrieg im WvW auszufechten. Man spielte wochenlang gegen ein und denselben Gegner und verteidigte bzw. griff immer die gleichen Stellungen an. Durch das neue Matchup-System, das ich persönlich sehr begrüßte, wird es nicht mehr vollkommen eintönig sein, aber es scheint so, als benötigt das neue Matchup-System noch einige Verbesserungen.

So weit zum momentanen Status im WvW.

Doch wo kann ArenaNet nun ansetzen, um die momentanen Probleme anzugehen. ArenaNet hat anscheinend Pläne, jede Woche neue Regeln für das WvW aufzustellen. Doch wie darf man sich das vorstellen? Sind in der einen Woche Türme wichtiger als Festen, weil sie ein größeres Punkteeinkommen bringen, und in einer anderen Woche Quagganlager, weil die Quaggans sofort Tore zerstören, wenn sie davor stehen? Hier scheint es Ideen zu geben, aber konkretere Designs noch nicht.

Devon Carver sprach im Blog von der Rollenverteilung. Dies ist ein wichtiger Punkt, der im Spiel kaum vorhanden ist. Mesmer haben momentan den größten Nutzen für einen Zerg und Golem-Rushes durch ihren Portal-Skill. Vor einigen Wochen war auch der Elementarmagier besonders wichtig, da er Projektile von Katapulten und Trebuchets abwehren konnte. Ich persönlich wünsche mir, dass es hier mehr solcher Support-Skills gibt. Ich selber spiele einen Ingenieur im WvW und meine einzigen Aufgaben sind, möglichst viel Schaden zu machen, als Späher in Festen zu fungieren und Vorräte zu tragen. Wenn ich eine andere Aufgabe haben will, bin ich gezwungen, eine andere Klasse zu spielen. Es ist also wichtig, eine Balance der Wichtigkeit der einzelnen Klassen im WvW herzustellen.

Wie oben bereits beschrieben, scheinen die Grenzländer momentan recht lieblos behandelt zu werden. Die Kugeln der Macht in veränderter Form würden hier wieder einen frischen Wind wehen lassen.

An der Performance wird bereits hart gearbeitet und so bin ich mir auch ziemlich sicher, dass man das Problem des Skill-Laggs lösen wird, genauso wie es bei der Anzeigeverzögerung (Culling) der Fall war.

Man könnte meinen, dass ich die Nase voll vom WvW habe, dem ist aber nicht so. Ich finde es spannend, den Communities beim Wachsen zuzuschauen. Ich bin mir sicher, dass Devon Carver und sein Team, das hinter ihm steht, das WvW noch um ein gutes Stück verbessern wird. All diese Sachen bedürfen harter und anstrengender Arbeit. Ich selbst kann bei einigen Dingen keine konkreten Lösungen nennen, da zum Beispiel beim Klassen-Balancing schnell unerwünschte und negative Nebeneffekte auftauchen können.

Was ist eure Meinung zum Ganzen? Diskutiert mit mir im Kommentarbereich darüber.

DarxMaster

Darx (since 1989), ist ein Zocker, seit er weiß wie ein Einschaltknopf funktioniert und mit Nightfall rückte das Guild Wars-Franchise in das Zentrum seines digitalen Daseins. (in game: DarxMaster.3819)

Schreibe einen Kommentar

Back to top button
Close