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Blogpost: Die Entwicklung der canthanischen Schriftsprache

In Guild Wars 2 gibt es das ein oder andere Volk mit eigener Sprache. So auch die Canthaner mit ihrer canthanischen Schriftsprache. Nun gibt es genauere Informationen, wie diese Sprache aufgebaut ist.

Cantha Artwork als Symbolbild der canthanischen Schriftsprache

Die Entwicklung der canthanischen Schriftsprache

Die ArenaNet-Leute Da-Hee Im, Matthew Medina, and Tracey West haben einen Blogpost verfasst. Sie beschreiben darin die Entstehung der canthanischen Schriftsprache und welches Konzept dahintersteckt.

Blogpost

Ein kurzer Abriss über die Geschichte der canthanischen Schriftsprache

Als wir uns zu Beginn der Vorproduktion von Guild Wars: Factions® zum ersten Mal hinsetzten, um die canthanische Sprache zu entwerfen, hatten wir eigentlich geplant, sowohl eine geschriebene als auch eine gesprochene Sprache zu erschaffen. Die frühe Dokumentation umfasste zudem ein vollständiges Vokabular, Grammatikregeln und mehr. Doch wie so oft bei ehrgeizigen kreativen Unternehmungen wurde uns bald klar, dass der Arbeitsaufwand und die Genauigkeit, die zum Erreichen unserer Ziele erforderlich wären, schnell den Rahmen des Projekts sprengen würden, also reduzierten wir den Plan auf die Unterstützung einer Schriftsprache mit etwa hundert Symbolen.

Unser Ziel war es, drei Zeichensätze mit 32 Symbolen zu erstellen, wobei jedes Symbol ein Wort, ein Konzept oder eine Idee (ein sogenanntes Logogramm) repräsentiert, das für den Aufbau der Welt in der Erweiterung am nützlichsten ist. Logografische Systeme können komplexe und vielfältige Anwendungsmöglichkeiten haben. Wir haben uns vorgenommen, unser System sehr einfach und klar zu halten, um das Team so wenig wie möglich zu belasten – sowohl die Grafiker, die die Dinge erstellen, die dann diese Symbole nutzen, als auch die Tester der Qualitätssicherung, die ihre Verwendung überprüfen müssen.

Für den Stil wählten wir einen kalligrafischen Ansatz mit variabler Strichstärke und einer ausdrucksstarken, wenn auch etwas starren Ästhetik. Dieser Stil sollte die Natur von Cantha und seinen Menschen unterstreichen – die wunderbar spirituell und offenherzig sind, jedoch großen Respekt vor Ordnung und Struktur haben. Genau wie die Umgebung, die von einer Reihe von Entsprechungen aus der realen Welt inspiriert wurde, basieren die Symbole der canthanischen Sprache nicht auf einer bestimmten Sprache oder einem bestimmten Schriftsystem aus der realen Welt, sondern wurden so entwickelt, dass sie sich eher wie ein „Cousin“ einer dieser Sprachen oder Schriftsysteme anfühlen. Ihre einzigartige Abstammung und Entwicklung ist jedoch fest in der fiktiven Welt von Tyria verankert.

Bei der Veröffentlichung von Guild Wars: Factions wurden die Symbole, die es ins Spiel geschafft haben (wir hatten 64 der geplanten 96 fertiggestellt), von den Spielern als eine wunderbare Möglichkeit aufgenommen, noch tiefer in unsere fiktive Welt einzutauchen. Das inspirierte die Mitglieder des Entwicklungsteams dazu, Schriftsprachen als eine Möglichkeit zur Stärkung der Erschaffung von Welten in der gesamten Spielreihe weiter zu verfolgen.

Neu-Canthanisch

Als wir uns daran machten, die canthanische Schriftsprache in Guild Wars 2: End of Dragons™ einzubinden, wurde uns klar, dass die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen Teams den Umfang unserer Aufgabe schnell weit über das hinausgehen lassen würden, was unser kleines Team von Freiwilligen bewältigen könnte, und eine unüberschaubare Belastung für unsere Teamkameraden von der Qualitätssicherung darstellen würde. Menüs, Bücher, Manuskripte und dergleichen brauchten Textblöcke zu vielen verschiedenen Themen, was nicht nur eine schwindelerregende Anzahl neuer Zeichen erfordern würde, sondern auch eine grammatikalische Struktur, die dann erlernt und überprüft werden müsste – zumindest, wenn wir der ursprünglichen Vision einer übersetzbaren canthanischen Schriftsprache treu bleiben wollten.

Nicht übersetzbares Canthanisch

Das nicht übersetzbare Canthanisch basiert auf Hangul, dem koreanischen Alphabet, das zur Silbenbildung ein System aus Vokal- und Konsonantenbuchstaben verwendet. Dieses System wurde gewählt, da es eine relativ einfache Möglichkeit darstellt, viele neue Symbole zu erstellen, die sich von den übersetzbaren unterscheiden und dennoch ein Teil ihrer Familie sind.

Es gibt 5 Vokalbuchstaben und 10 Konsonantenbuchstaben:

Zur Bildung von Wörtern müssen sie auf eine von zwei Arten kombiniert werden:

1. Konsonant + Vokal

2. Konsonant + Vokal + Konsonant

Das nicht übersetzbare Canthanisch ist zwar nicht so komplex wie Hangul, das über zusätzliche Kombinationen verfügt, hat aber dennoch genug neue Buchstaben hervorgebracht, um Guild Wars 2: End of Dragons mit einer wunderschönen Schriftsprache zu füllen, die sich bodenständig anfühlt und für ein nach vorne gerichtetes Cantha steht.

Erschaffung neuer Wörter

Auch wenn das nicht übersetzbare Canthanisch beim Füllen von Büchern Wunder wirkte, hatten wir das Bedürfnis nach ein paar neuen logografischen Wörtern, die die Spieler erkennen und übersetzen können. Mit dem neuen Satz an Symbolen für unsere Rückkehr nach Cantha verfolgten wir mehrere Ziele. Wir wollten einen Teil der in Guild Wars: Factions® geschaffenen Formensprache beibehalten und uns auf Wörter konzentrieren, die in unserer Erweiterung oft auf Requisiten zur Verwendung kommen. Wir erstellten einige Symbole für verschiedene NSCs, die auftauchen würden, sowie Dinge, die man auf Schildern in der Nachbarschaft erwarten würde, wie „offen“ oder „Willkommen“.

Das Symbol für „offen“ wurde gezielt an „Luft“, „Licht“, „oben“, „Nacht“ und „Tag“ angelehnt. Wenn ihr euch diese frühen Wörter, die mit Konzepten von offenem Raum und Tageszeiten verbunden sind, genau anseht, werdet ihr feststellen, dass das kleinere Akzentzeichen zur Betonung der Richtung oder des Sonnenstands verwendet werden kann. Also haben wir uns für etwas entschieden, das so etwas wie „Außenluft“ bedeutet. Und wenn man ein Gebäude öffnet, was macht man dann anderes, als die Außenwelt hereinzulassen?

„Willkommen“ führt einige der gleichen Konzepte fort. Mit diesem Symbol wollten wir nicht nur sagen, dass der Ort offen ist, sondern dass die Öffnung mit Zuneigung geschieht. Zur Umsetzung dieses Konzepts nahmen wir das Symbol für „offen“ und kombinierten es mit einem wiederkehrenden Teil, der in Symbolen wie „Liebe“, „Bruder“ und „Schwester“ zu finden ist. Dies soll auf das zusätzliche Konzept, eine andere Person als Familie zu behandeln, hindeuten.

Vor dem Start von Guild Wars 2: End of Dragons werden wir euch weitere dieser neuen Symbole vorstellen.

Wie findet ihr den Einblick in die Entstehung der Sprache? Wollt ihr jetzt canthanisch lernen? Teilt es in den Kommentaren, auf Facebook oder auf Twitter mit uns.

DarxMaster

Darx (since 1989), ist ein Zocker, seit er weiß wie ein Einschaltknopf funktioniert und mit Nightfall rückte das Guild Wars-Franchise in das Zentrum seines digitalen Daseins. Seit 2015 als Redakteur bei GuildNews übernahm er offenbar Anfang 2020 die Leitung der Seite. Verrückte Welt! (in game: DarxMaster.3819)

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