Lore

ArenaNet stellt erste Mitglieder einer neuen Gilde vor (Spoiler-Warnung)

ArenaNet stellt uns auf Twitter zwei Charaktere der ersten Episode der Lebendigen Welt Staffel 1 vor. Mit den Charakteren Braham und Rox werden wir wohl noch auf so manches Abenteuer gehen und eine neue Gilde gründen.

Rox Vorstellung
Braham Vorstellung

ArenaNet stellt erste Mitglieder einer neuen Gilde vor

Gerade erst haben wir Zhaitan in einem epischen Kampf besiegen können. Doch gibt uns ArenaNet keine Pause zum Verschnaufen, denn es warten neue Bedrohungen auf uns.
In der ersten Episode der Lebendigen Welt Staffel 1 helfen wir zwei NPCs ihre Völker zu schützen.

Der Norn Braham, der versucht, die Bewohner seines Dorfes zu retten und die Charr Rox, die versucht, sich bei ihrem Vorgesetzten Rythlock Brimstone einen Namen zu machen.

Wie ArenaNet nun in einem Twitter-Post bekannt gegeben hat, werden diese beiden zusammen mit uns zahlreiche Abenteuer bestreiten und auch eine Gilde gründen: Die Drachenwacht.

Bereits jetzt könnt ihr die erste Episode der ersten Staffel der Lebendigen Welt kostenlos erleben, da sie in eurer Grundversion von Guild Wars 2 enthalten ist.

Wer sind Rox und Braham?

Aber auch zu jedem einzelnen der beiden Charaktere hat ArenaNet uns jeweils einen Blogpost zur Verfügung gestellt. Hier erfahren wir mehr über das bewegte Leben dieser beiden liebenswürdigen Charaktere.

Rox

Rox’s Geschichte

von Angel McCoy

Rox rennt
Charr-Trupp greift an

Als Rox das Grollen hörte, wurde ihr Rückgrat bereits von der Stoßwelle erschüttert, die sich bis zu ihrem Genick hocharbeitete. Sie taumelte. Und als sie sich umdrehte, sah sie eine Staubwolke, die aus dem Mineneingang hervorquoll.

Ihr Herz setzte aus.

Eine Erinnerung stieg in ihr hoch. In Rox’ Kopf hallte Tullias spöttische Stimme wider.

„Nonus, du Idiot! Wovon redest du denn?“ Tullia hatte eine Hüfte eingeknickt und Nonus mit einem Kopfschütteln bedacht. „Du hast noch nie einen Norn nackt gesehen.“

„Jeder hat schon mal einen nackten Norn gesehen.“ Leise kichernd hatte Nonus zuerst Tullia und dann Rox zugezwinkert. Wie zur Bekräftigung seiner Aussage ließ er seine Hacke klirrend auf den Fels sinken.

Das Gelächter des Trupps drang nach außen.

„Und Menschen?“ Rufinus, ihr Legionär, knurrte, während er einen Eimer voller Eisenerz hochhievte. „Die würden eher sterben, als sich von ihrer Kleidung zu trennen.“

„Stimmt“, rief Horatia von der anderen Tunnelseite. „Ich habe gehört, dass sie sogar angezogen schlafen und sich umziehen, bevor sie zu Bett gehen.“

„Lächerlich!“ krächzte Rox. „Das ist vermutlich ihre Rüstung.“

Nonus schüttelte seinen Kopf mit den schweren Hörnern. „Nein. Ich habe gehört, dass sie in Seide schlafen.“

„Vielleicht wird ja sonst ihre arme haarlose Haut wundgescheuert“, regte Tullia an und zog eine Schnute.

„Ich vermute“, meinte Vitus, „dass es ihre Sittsamkeit ist, die wundgescheuert wird. So wie deine, Rox. Ziehst du dieses lumpige alte Unterhemd denn jemals aus?“

„Genau“, sagte Rufinus und gab Rox einen Klaps auf die Schulter, der sie aus dem Tritt brachte. „Dieses Fahrar-Unterhemd hast du seit unserem Abschluss an.“

„Immerhin passt mir meins noch“, konterte Rox und knuffte ihn grinsend zurück.

Rox rennt ohne Bogen

Der Trupp arbeitete weiter, hämmerte auf den Felsen ein und erfüllte die Mine mit seinem Geklirr, einem musikalischen Chaos, das Rox so vertraut war wie ihr eigener Herzschlag. Sie hielt inne, lehnte sich gegen ihre Hacke und sah sich ihren Trupp an – den Hacken-Trupp. Sie erinnerte sich, wie viel Spaß sie als Heranwachsende im Fahrar miteinander gehabt hatten – damals zum Beispiel, als ihnen endlich ihr Beruf zugewiesen wurde und sie den Namen ihres Trupps gewählt hatten.

Nonus hatte darauf bestanden, dass Tullia Tullia Hickhack heißen sollte und Tullia hatte entgegnet, er sollte Nonus Hackepeter sein. Horatia hatte von und zu Hochhackig als Alternative vorgeschlagen. Kein Wunder, dass es von da an bergab gegangen und in solchem Gelächter geendet hatte, dass der Kasernenbeobachter auf sie aufmerksam geworden war.

Letztendlich hatten sich alle für achtbare Namen entschieden, die ihre Persönlichkeit zum Ausdruck brachten: Nonus bekam Spitzhacke, weil er als Erster darauf Anspruch erhoben hatte, Tullia entschied sich für Rechthacke und Rufinus wählte Eisenhacke. Vitus wollte Silberhacke, weil er immer anders als alle anderen sein musste und Rox wurde für ihre Fähigkeit, wie Tullia es ausdrückte „den Panzer eines jeden Herzens zu durchdringen“ einmütig mit Herzhacke bedacht.

„Rox!“ Rufinus traf Rox mit einem Kieselstein am Kopf. „Wenn du unbedingt tagträumen musst, dann hol uns zumindest Wasser. Der Eimer ist leer.“

Rox schnappte sich das große hölzerne Gefäß, mit dem sie Wasser aus dem Minenbrunnen holten, und hievte die Hacke über ihre Schulter. Unter ihren Pfoten stiegen bei jedem Schritt kleine Staubwolken auf, als sich ihre Krallen langsam in den Boden gruben, und sie kostete das Gefühl aus, den Schmutz mit ihnen zu spalten.

Ihr Tiergefährte – ein Verschlinger – hatte sich an einer warmen Stelle, an der die Sonne durch den Mineneingang hereindrang, halb eingebuddelt. Als sie sich näherte, wand er sich und sah zu ihr auf.

„Schlaf weiter, Spießchen,“ sagte Rox. „Ich bin gleich wieder da.“

Sie trat ins Freie hinaus und durchquerte den Steinbruch, um zum Brunnen zu gelangen, während sie die Tunnelöffnungen überflog, in denen die anderen Minentrupps positioniert waren. Wie immer, hielt sie auch jetzt ihre Spitzhacke bereit – immer auf der Hut vor Plünderern.

Rox’ Herz schlug wieder weiter und beschleunigte zu einem panischen Pochen.

„Einsturz!“, brüllte sie.

Sie rannte auf die Mine zu und stürzte sich auf das Geröll, räumte Steine aus dem Weg und schwang ihre Hacke in einem verzweifelten Versuch, weiter vorzudringen. Staub füllte ihre Nasenlöcher und überzog das Innere ihres Mundes.

„Tullia!“, rief sie. „Nonus!“ Schiere Angst schaltete die Vernunft aus, als die Vorstellung von einer einsamen Zukunft sich bedrohlich vor ihr erstreckte.

„Haltet durch!“, befahl sie ihnen in ihrer schroffsten Stimme. „Ich komme!“ Was hier geschah, konnte sie nicht hinnehmen. Würde sie nicht hinnehmen.

Immer und immer wieder rief sie ihre Namen, horchte in den Pausen nach einer Antwort, nach einem Lebenszeichen. „Horatia! Vitus! Rufinus! Wenn ihr mich hört, gebt mir ein Zeichen!“ Sie arbeitete, bis ihre Pfoten bluteten – bis der Vorsteher des Steinbruchs sie endlich fortzog. „Nein!“

„Der Tunnel, das ganze Ding ist eingestürzt“, erklärte der Vorsteher so sanft wie möglich. „Sie sind tot.“

„Nein. Sie sind mein Trupp. Ich brauche sie. Ohne sie bin ich niemand. Ich bin … niemand.“ Mit diesem letzten Wort versiegte Rox’ Kampfgeist.

Der Vorsteher löste Rox’ Griff von der Spitzhacke und warf sie zur Seite, um Rox aufzufangen, als sie zusammenbrach. Das eiserne Blatt fiel auf einen Felsen und ein letztes volltönendes Klirren hallte von den Wänden des Steinbruchs wider und vermischte sich mit Rox’ Verzweiflungsschrei.

Braham

Braham’s Geschichte

von Angel McCoy

Braham im Kampf

Das Herz des siebenjährigen Braham hämmerte in seiner Brust, während er mit dem Rücken zur Wand stand. Seine Fingernägel gruben sich tief in die Handflächen seiner im Rücken verschränkten Hände, während nicht vergossene Tränen in seinen Augen brannten.

Der Schamane war eingetroffen und beugte sich über das Krankenbett, um Brahams Vater Borje, den Sonnenjäger, auf seine letzte Reise vorzubereiten. Der leise Abschiedsgesang des Schamanen schwoll und ebbte, zunächst im Einklang und dann im Kontrast mit dem flackern des Feuers, an und wieder ab. Er verströmte den Duft von Kräutern, und während sich seine schmalen Lippen bewegten, stießen die Knochenperlen in seinem Bart aneinander.

„Braham“, hauchte Borje in seinem Bett, und der Schamane zog sich so lautlos wie Nebelschwaden an einem grauen Morgen in eine Ecke zurück.

Braham richtete sich auf, zögerte dann aber, denn er scheute sich davor näherzutreten. Er wollte seinen Vater in diesem Zustand nicht genauer ansehen und fürchtete sich davor, was all dies zu bedeuten hatte.

Borje hob seine Hand und spreizte seine starken, abgearbeiteten Finger. „Komm her.“

Große Halle in Hoelbrack

Mit bloßen Füßen tappte Braham über den Kieferboden zu dem mit Pelzen bedeckten Bett. Er versuchte all seine Kraft zusammenzunehmen, um ein starkes „Ich bin da“ hervorzubringen und legte seine kleine Hand auf den Arm seines Vaters.

Seine Haut hob sich blass von der viel dunkleren seines Vaters ab. Man hatte ihm gesagt, dass er eine Mischung aus Licht und Dunkel war, da seine Mutter schneeweiße Haut hatte und die Hautfarbe seines Vaters den Braunbären ähnelte. Bis zu diesem Augenblick hatte das Braham nie gestört, doch jetzt wünschte er sich nichts mehr, als besser zu seinem Vater zu passen, mehr wie er zu sein, so zu sein wie der große Krieger, der legendäre Held – Brahams Held – der angeschlagen und schwach auf seinem Totenbett lag. Zum ersten Mal empfand Braham Zorn auf diese Fremde, seine Mutter, die dafür verantwortlich war, dass er nicht wie sein Vater aussah.

Emblem des Wolfes

„Wolf erwartet mich“, flüsterte Borje. „Ich muss ihn in den Nebeln treffen. Du verstehst doch, was das heißt, nicht wahr?“

Brahams Kehle schnürte sich schmerzhaft zu, und er brachte nur ein Nicken zustande.

„Du …“ Borje wurde von einem Hustenanfall erschüttert.

Braham drückte den Arm seines Vaters fester, als könnte er die ganze Kraft eines Siebenjährigen mit ihm teilen.

„Du wirst hier in Schroffstetten bleiben“, fuhr Borje fort, als sich der Anfall gelegt und sein Körper sich beruhigt hatte. „Yngvi und Brynhildr werden dich in Rugnars Gehöft aufnehmen. Dein starker Rücken und deine scharfen Zähnen werden sie beschützen. Sie sind jetzt dein Rudel.“

Brahams Beine gaben nach und er stützte sich schwer auf das Bett.

Borje streckte einen Arm aus und winkte Braham zu sich auf das Bett. Braham legte sich neben ihn, so wie er das früher als kleiner Junge getan hatte, schmiegte sich an den warmen Körper seines Vaters. Die Tränen, die er so verzweifelt zurückgehalten hatte, tropften auf den Pelz, in dem er sein Gesicht vergraben hatte und Borjes Arm drückte ihn fester an sich.

„Der Name deiner Mutter ist Eir Stegalkin. Vergiss das nie. Ich werde dir erklären, was ich Yngvi und Brynhildr schon erklärt habe. Niemand darf deiner Mutter sagen, dass ich nicht mehr bin. Ich verbiete es. Sie ist zu großen Dingen fähig, genau wie du und darf nicht dazu verleitet werden, von ihrem Weg abzuweichen. Wolf ist an ihrer Seite. Hab keine Angst, er ist auch bei dir, mein Sohn. Vergiss das nie.“

Das darauf folgende Schweigen wurde nur vom Knistern des Feuers und dem gelegentlichen Klicken der Perlen des Schamanen unterbrochen. An seinen Vater geschmiegt schlief Braham ein und wachte erst auf, als er von jemandem aus dem Bett gehoben und davongetragen wurde.

Sein Vater war mit Wolf in die Nebel gegangen.

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Eyora

Eyora, mein Name kommt aus Fantasy-Romanen, da ich im Fantasy-Bereich stark aktiv bin. Aber als ein Kind der 80er, weiß ich schon gar nicht mehr, aus welchem Roman der Name kam, habe daher aber auch die gesamte Entwicklung der Spiele mit gemacht. GW2 spiele ich seit Release und treibe mich auf Tyria immer im PVE rum, da ich nach wie vor die Geschichten liebe. Für gemeinsame Abenteuer findet ihr mich Ingame unter Eyora.8196.

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